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40 Jahre Frauenstimmrecht – und es gibt noch viel zu tun!

Medienmitteilung SP Kanton Zürich
07.02.2011

Am 7. Februar 1971 wurde das Frauenstimm- und Wahlrecht in der Schweiz eingeführt. Mit einer Strassenaktion zum 40-Jahr Jubiläum nutzt die SP Kanton Zürich die Gelegenheit, eine breite Öffentlichkeit für Gleichstellungsfragen zu sensibilisieren. Lebensgrosse Silhouetten auf Plätzen zeigen: Noch immer haben junge Frauen allzu oft zwischen Berufslaufbahn und Familie zu entscheiden. Junge Frauen und Männer zeigten im Rahmen eines Point de Presse auf, dass es zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Vertretung von Frauen in Kaderpositionen nach wie vor konkreten Handlungsbedarf gibt.

Vor 40 Jahren entschieden die männlichen Stimmbürger mit 65,7 Prozent Ja-Stimmenanteil für die Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts in eidgenössischen Angelegenheiten. Diese Abstimmung war ein Meilenstein in Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter, zumindest auf der politischen Ebene.

Am Anfang etwas zurückhaltend, dann immer selbstbewusster haben sich die Frauen in die Schweizer Politik eingemischt. 1981 wurde in der Bundesverfassung die Gleichstellung der Geschlechter verankert und 1996 trat das Gleichstellungsgesetz in Kraft. In den letzten Jahrzehnten konnten formaljuristische Ungleichbehandlungen auf der Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene beseitigt werden.

Heute, 40 Jahren nach der Einführung des Frauenwahl- und Stimmrechts und 15 Jahre nach der Einführung des Gleichstellungsgesetzes zeigt sich, dass es in Politik und Wirtschaft immer noch Handlungsbedarf gibt. In der Privatwirtschaft, der Forschung und der Politik sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor untervertreten. Gemäss dem Bundesamt für Statistik hat jeder zweite Mann, der erwerbstätig ist, eine Stelle mit Kaderfunktion. 70,4 Prozent der Frauen, die in der Schweiz arbeiten, besetzen Stellen in den unteren Kadern. Im „obersten und oberen Kader“ beträgt der Frauenanteil 16 Prozent. Diese Untervertretung der Frauen wirkt sich auf die Lohndifferenz zwischen weiblichen und männlichen Angestellten aus. Anforderungsniveau und Ausbildung erklären jedoch die Lohndiskriminierung der Frauen Arbeitsplatz nur ungenügend. Im Vergleich zu Männern werden sie für geleistete Arbeit weniger bezahlt. Gemäss einer Erhebung des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2008 gibt es einen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern von 28 Prozent, wobei 35 Prozent des Lohnunterschieds nicht auf objektive Faktoren wie Anforderungsniveau, Ausbildung, Beschäftigungsgrad etc. zurückzuführen sind. Im Durchschnitt verdient eine Frau, die sich in ihren persönlichen und Arbeitsplatz-bezogenen Merkmalen von einem Mann nicht unterscheidet, 9,8 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Auch in der Politik sind die Frauen mit einem Anteil von 30 Prozent weiterhin untervertreten. In den eidgenössischen Wahlen im Jahr 2007 wurden 59 Frauen in den Nationalrat (29,5 Prozent) und 10 Frauen in den Ständerat (21,7) gewählt. In den kantonalen Regierungen beträgt der Frauenanteil 19,2 Prozent und in den Parlamenten 26,5 Prozent. Für die SP sehen die Zahlen allerdings etwas anders aus: von 59 Frauen, die im Jahr 2007 in den Nationalrat gewählt wurden, vertreten 18 die SP, während 12 Frauen die CVP, 10 die Grüne, 8 die SVP und 6 die FDP vertreten. In den Ständerat wurden 10 Frauen gewählt. Die Hälfte der Ständerätinnen vertreten die SP, während aus den SVP-Reihen keine einzige Frau in den Ständerat gewählt worden ist. Seit 1991 vertritt mindestens eine Frau die SP im Bundesrat. Letztes Jahr wurden sogar zwei Bundesratssitze an zwei SP-Frauen übergeben. 50 Prozent der Regierungsrätinnen und 56 Prozent der Kantonsrätinnen landesweit sind ebenfalls Mitglieder der SP. Damit steht die SP bezüglich der Frauenvertretung im Parlament und im Bundesrat an der Spitze und realisiert in den eigenen Reihen ihre Politik der Gleichberechtigung und Chancengleichheit.

Neben den Geschlechterstereotypen, die von den Medien reproduziert und verstärkt werden, stehen den Frauen Mutterschaft und Familienarbeit einer politischen und beruflichen Karriere entgegen. Auf der politischen Ebene werden diese Probleme nur am Rande thematisiert. Rahmenbedingungen, die ein lückenloses Kinderbetreuungsangebot und Möglichkeit für Leitungsfunktionen auch in Teilzeit gewährleisten, müssen geschaffen werden. Dafür setzt sich die SP aktiv ein und ruft die jüngere Generation der Frauen und Männer auf, sich für eine Politik der Gleichberechtigung und Chancengleichheit zu engagieren. Mit einer Strassenaktion und der Aussage „…und es gibt noch viel zu tun!“ möchte die SP eine breite Öffentlichkeit dafür sensibilisieren.



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